Archiv der Kategorie: Projekte

Wir machen Kunst! Ausstellung „KONTRAste“ in der Stadtbibliothek

ausstellungsplakat KONTRAste

Am 17. Oktober lädt KONTRA zur Eröffnung einer Kunstausstellung in der Oschersleber Stadtbibliothek. In der Ausstellung, die bis Ende November zu sehen sein wird, sollen Kreativarbeiten von Klienten präsentiert werden. Und wie es sich für eine echte Ausstellung gehört, wird es um 17:30 Uhr eine kleine Vernissage-Feier geben. Sie sind herzlich dazu eingeladen!

Achtung: Noch bis Ende September 2017 können eigene Kreativarbeiten (Gemälde, Zeichnungen etc.) bei uns eingereicht werden! Auf Wunsch werden die Werke anonym ausgestellt.

Theaterprojekt 2012 – ‚Bratklops ade‘

Für das Ambulant Betreute Wohnen „Kontra“ heißt es „Bühne frei mit dem mobilen Minitheater“

theaterprojekt bratklops adeSeit geraumer Zeit proben Bewohner vom Ambulant Betreuten Wohnen „Kontra“ des Roten Kreuzes Kreisverband Börde e.V. an drei Tagen in der Woche an einem kleinen Theaterstück der besonderen Art. Hinter dem halbstündigen Stück „Bratklops ade“ verbirgt sich eine satirische, theatralische freche Verwirklichung der Protagonisten.

„Der berühmte Schriftsteller Theodor Tantalus lädt zu einer Lesung. Jedoch gerät das Bemühen, sein neuestes Werk „Bratklops ade“ vorzutragen zu einer Farce der besonderen Art. Es ist nichts wie gewohnt..! Die Lesung ergänzt sich durch ein musikalisch-satirisches Rahmenprogramm.“

Die Idee für das Theaterprojekt ergab sich während Teambesprechungen der DRK-Einrichtung, in denen neue Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner besprochen wurden. „Kontra“ begleitet Menschen mit seelischer Behinderung und seelischer Behinderung in Folge von Sucht.
Professionell begleitet wird dieses Projekt von Piet Letz – Schauspieler, Bühnenbildner und Grafiker, der das Originalwerk verfasste und auf die Persönlichkeiten der Bewohner anpasste. Gefördert wird dieses Vorhaben von der IMM Marketing und Management in Wanzleben.

Bereits in der Vergangenheit haben Piet Letz und Nicole Strauß, Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens zusammengearbeitet. Da Letz über die IMM unterstützt wird, fiel Nicole Strauß die Entscheidung leicht, ihn um sein Engagement zu bitten, wozu er prompt zusagte und auch aktiv am Stück mitwirkt.
Nach ausführlichen Überlegungen, Bedenken und Vorbereitungen waren sich die DRK-Mitarbeiter schließlich einig, dass dieses Vorhaben einerseits eine Belastungsprobe, aber darüber hinaus vor allem auch eine positive Herausforderung für die teilnehmenden Bewohner darstellen könnte. Nach Bekanntgabe dieses Projektes unter den Bewohnern fanden sich auf Anhieb 3 Interessenten, die sich für die Mitwirkung spontan entschlossen.

Insbesondere das aufbauende Feedback, das die Darsteller durch ihre gestalterische Leistung erhalten, ist laut Nicole Strauß nicht zu unterschätzen. Desweiteren möchte Strauß die noch immer bestehenden Vorurteile bzgl. psychischer Krankheitsbilder mit Hilfe dieses Projektes abbauen. Für die Akteure stellt dieses Projekt zum einen eine kognitive Beanspruchung und kreative Gestaltungsmöglichkeit und zum anderen der Austausch eine wichtige Form der sozialen Teilhabe dar. Das Schlüpfen in andere Rollen ermutigt und fördert das Selbstbewusstsein. Die gemeinsamen Proben bauen ein Zugehörigkeitsgefühl auf und motivieren die Akteure, sich immer wieder neu auszuprobieren, sich zu öffnen und sich Dinge zuzutrauen.

Nicole Strauß sucht nun in der Öffentlichkeit nach Auftrittsmöglichkeiten für das Stück, denn die Probenzeit ist bald vorüber und die Förderung für dieses Projekt gilt nur für die Monate November und Dezember. Sollten die Akteure nicht dazu kommen ihr Können bei öffentlichen Auftritten unter Beweis zu stellen, waren alle Bemühungen umsonst und das Projekt läuft aus. Daher startet Nicole Strauß einen Aufruf für Auftrittsmöglichkeiten in unserer Region.

Hinweis: Das Stück wurde aufgeführt und der Aufruf ist von 2012 und nicht mehr aktuell.

Kunstprojekt „Bürobedarf“ 2012

bb01Im Sommer 2012 fand in Oschersleben das Kunstprojekt „Bürobedarf“ statt. Es wurde ins Leben gerufen vom Betreuten Wohnen „Kontra“ und hatte zum Ziel, mit dessen Bewohnern auf einer brachliegenden Fläche zwischen Bahnhof und Netto-Markt einen kegelförmigen ehemaligen Bunker umzugestalten.

 

bb02Nachdem die Erlaubnis des Besitzers gegeben war, sich aber kein Bewohner fand, der die komplette Planung und Verantwortung übernehmen konnte, wurde versucht einen Künstler für das Projekt zu engagieren, was aber letztendlich nicht klappte.

Schließlich wurde mit dem Graffitikünstler Peka ( www.pekadent.de ) doch noch ein Workshopleiter gefunden, sodass die Planung und Umsetzung der Aktion beginnen konnte.

bb05Von entscheidender Bedeutung für solch ein Projekt ist auch die Frage der Finanzierung. Hier bedanken wir uns beim Lions Club Oschersleben, ohne dessen Unterstützung die ganze Aktion nicht möglich gewesen wäre.

Am ersten Tag der Aktion trafen sich alle Teilnehmer früh morgens im Büro des Betreuten Wohnens in der Berliner Straße (in der Nähe des Bunkers) und es wurden Ideen gesammelt, Skizzen gemacht und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert.

grundieren grundieren grundieren der bleistift entsteht

Zuerst war geplant, Pflanzen, Natur oder Tiermotive auf das Grau des Kegels zu bringen, was aber abgelöst wurde von der Idee, die Kegelform des Objekts zu nutzen, um zum Beispiel einen Bohrer, eine Rakete oder, was sich schließlich durchsetzen sollte, einen Bleistift aus dem Objekt zu machen. Die Teilnehmer entschieden sich für die Variante „Bleistift“, da eine solche Form dafür prädestiniert schien und man die Gelegenheit nutzen wollte. Schließlich hat man nicht oft einen kegelförmigen Bunker zum gestalten – Flächen um Pflanzen oder Natur darauf zu malen gibt es hingegen häufiger. Dafür braucht es keine Kegelform. Im Gegenteil, die Form würde die Gestaltung sogar schwerer machen. Der Plan war also, eine Bleistiftspitze ‚aus der Erde kommen zu lassen‘, und die umliegenden Betonbrocken als weitere Büro-Elemente, wie Radiergummi oder zerknülltes Papier in das Konzept zu integrieren.

Noch am selben Tag begann die Arbeit.
Einige ‚Kontraraner‘ hatte bereits das Gelände um den Kegel vom hohen Gras, Müll, Steinen und Stahldraht befreit und Leitern, Gerüste, Wandfarbe, Pinsel und Rollen waren ebenfalls bereits beschafft worden – womit klar ist, welches der nächste Arbeitsschritt war – die Grundierung. Es ging also daran alle Flächen von Moos, Staub und Steinen zu befreien und mit Fassadenfarbe zu grundieren. Das dauerte fast 3 Tage, weswegen nebenher schon mit der Gestaltung begonnen wurde, um nicht nur eintönige Arbeit zu haben.

die bleistiftspitze die radiergummies entstehen

Beginnend mit dem Kegel schritt die Grundierung langsam voran, und als die kleineren Betonbrocken gestrichen wurden, begann am Kegel schon die Umgestaltung zum Bleistift.. ..oder eher zu einem Buntstift, zu sehen an der gelben Spitze, welche vor einem blauen oder grauen Himmel einfach freundlicher und leuchtender wirkt als eine schwarze Spitze, wie uns auch unser Workshopleiter versichern konnte.

pause beim füllen der flächen

So nahm nach und nach das ganze Konzept Gestalt an. Jeden Tag gab es eine Mittagspause in der man sich individuell beim nahen Netto versorgen, oder mitgebrachtes verzehren konnte. Wir hatten, dank einem Bewohner des Kontra Berliner Straße, Radio über eine Verlängerungsschnur und auch Getränke aus dem Büro des Kontra. Diese ‚Kleinigkeiten‘ halfen, die allgemein gute Stimmung zu unterstützen. Das Wetter spielte auch mit – wir hatten erst am letzten Tag, nach dem Aufräumen, den ersten Regen.

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Der Kegel sah bald aus wie ein Buntstift, die Grundierung war fertig und die Radiergummis waren auch bald als solche zu erkennen. Michael, unser Workshopleiter (Peka), übernahm die kritischen und wichtigsten Arbeiten sowie die Kletterei auf der Leiter um in der Höhe zu arbeiten und wir malten aus, halfen, und stellten fertig wo wir konnten. Das war auch gut so, denn jemand musste die Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass alles fertig wurde und am Ende ein gutes Ergebnis zu sehen ist.

abschlussfotoDer Plan sah weiterhin vor, dass jeder der Teilnehmer sich auf den umliegenden Betonbrocken ausprobieren und verewigen konnte. So entstanden noch kleine Einzelwerke nach dem Geschmack des jeweiligen Teilnehmers. Kurz vor Ende des Workshops wurden noch kleine Papiermännchen (oder Origamifiguren) als besondere Details hinzugefügt. Einer erklimmt den Bleistift, ein anderer befindet sich am Fuß des Stiftes und einer wurde unglücklicherweise von einer Papierkugel (Betonbrocken) erwischt und darunter begraben.

gesamtbild

Alles in allem war dieser Workshop, das Kunstprojekt, eine schöne Erfahrung und willkommene Abwechslung zum täglichen Trott. Es war sehr anstrengend und teilweise mühsame Arbeit, doch die Gesellschaft mit anderen, der Austausch und die Bewegung an der frischen Luft verhalfen zu einem besseren Körpergefühl und waren eine Unterbrechung der sonstigen Routinen im tägliche Leben und Denken.

Zum Abschluss des Kunstprojektes kamen Journalisten von Volksstimme und General-Anzeiger zum Ort des Geschehens und es entstanden Artikel in beiden Zeitungen.

auf die spitze getrieben bleistiftspitze besiegt betonbunker