Archiv für den Monat: Oktober 2013

10 Jahre Betreutes Wohnen „Kontra“

10-jahre-kontra-einladungAm 08.05.2010 wurde das Betreute Wohnen „Kontra“ 10 Jahre alt. Hier können Sie das Grußwort des Sozialministers Norbert Bischoff zu diesem Anlass lesen.

Schriftliches Grußwort zur Veranstaltung anlässlich des 10 – jährigen Bestehens des Betreuten Wohnens „Kontra“ (DRK Oschersleben)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Förderung von Menschen mit Behinderungen, die unsere Hilfe brauchen, ist ein wichtiges Anliegen der Sozialpolitik in Sachsen-Anhalt. Seelische Behinderungen stehen hierbei in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals nicht auf einer Stufe mit anderen Behinderungsformen.
Die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen erleben hingegen, wie seelische Beeinträchtigungen, ja Behinderungen, die Lebensqualität überschatten.

Statistiken sagen uns, dass psychogene Störungen zunehmen, weil die komplexe Lebenswirklichkeit offenbar das seelische Gleichgewicht von Menschen beeinträchtigt und nicht alle ohne Hilfe wieder zu diesem Gleichgewicht zurückfinden können.

Das DRK in Oschersleben nimmt sich nunmehr seit zehn Jahren der Aufgabe an, diese Hilfe zu bieten und dabei mitzuhelfen, dass Menschen mit seelischen Behinderungen ihr Leben bewältigen.

Inklusion bedeutet, Hilfen für Menschen mit Behinderungen möglichst in deren normalem Lebensumkreis bereit zu stellen.

Nicht Isolation oder Stigmatisierung, sondern ein Leben mitten in der Gesellschaft ist das auch für diesen Personenkreis anzustrebende Ziel.
Besondere Einrichtungen oder eigentlich nicht angezeigte Hilfsmaßnahmen stellen in der Regel allenfalls die zweitbeste Lösung für Menschen mit Behinderungen dar, sie sind nachrangig, wenn andere Möglichkeiten greifen können.

Kontra unterstützt die Betroffenen dabei, sich ihren Problemen zu stellen.
Die aufsuchende Hilfe im Rahmen ambulant betreuten Wohnens und insbesondere die mögliche Krisenintervention bieten Unterstützung an und respektieren den Anspruch der Hilfeempfänger auf ein normales Leben in einer selbst angemieteten Wohnung.
Die durch Sie geleistete Öffentlichkeitsarbeit ermutigt die Menschen dazu, sich nicht zu verbergen, sondern sich mit ihren Stärken und Schwächen in die Gesellschaft einzubringen.

Damit sensibilisieren Sie zugleich die Bürgerinnen und Bürger für die Aktzeptanz der Besonderheiten seelisch behinderter Menschen in Oschersleben und dem Landkreis Börde. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Situation der Menschen mit seelischen Behinderungen und deren Angehörigen im Land Sachsen-Anhalt insgesamt.

Deshalb gratuliere ich Ihnen herzlich zum zehnjährigen Jubiläum von Kontra und verbinde dieses mit einem Dank an alle engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK Kreisverbandes Oschersleben.

Ihr
Norbert Bischoff
Minister für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

Hier sehen Sie, welche Aktivitäten an diesem Tag auf dem Programm standen.

Programm zum 10jährigen Bestehen
10.30 – 11.00 Ankunft
11.00 – 11.10 Begrüßungsworte
(Geschäftsführung DRK KV OC e.V. Frau Franke, Herr Kürbis, Herr Mann)
11.10 – 11.15 Begrüßungsworte und Programmablauf
(Einrichtungsleiterin Frau Strauß)
11.15 – 11.25 „Integration – Inklusion von Menschen mit Behinderung im Landkreis“
(Bürgermeister Oschersleben Herr Klenke)
11.30 – 11.45 „Mein Leben vor, mit und nach dem Betreuten Wohnen“
(ehemaliger Bewohner Herr Hackel)
11.50 – 12.05 „Betreutes Wohnen eine Hilfe für mich als Angehörige“
(Angehörige eines ehemaligen Bewohners Frau Irmler)
12.10 – 12.20 „Überraschungspaket“
(Bewohnerprogramm)
12.25 – 12.35 „Netzwerke in der Eingliederungshilfe im Landkreis Börde“
(Dezernent Dez.3 Landkreis Börde Herr Hoeft)
12.40 – 13.00 „Ambulant vor stationär – Credo der Eingliederungshilfe“
(Sozialminister Sachsen-Anhalt Herr Bischoff)
13.00 – 13.15 „Prävention bei psychischen Erkrankungen“
(Leiter der TK Landesvertretung Sachsen-Anhalt Herr Hennicke)
13.15 – 13.20 „Abschlussworte“
(Einrichtungsleiterin Frau Strauß)
13.20 – 14.00 Mittagspause
(Getränke und warme Mahlzeit im Ausschank)
14.00 – 15.00 „Autogrammstunde R. Stieglitz“
(Wohngruppe 2 im Haus)
15.00 – 16.00 „Frühlingstauschbörse“

Theaterprojekt 2012 – ‚Bratklops ade‘

Für das Ambulant Betreute Wohnen „Kontra“ heißt es „Bühne frei mit dem mobilen Minitheater“

theaterprojekt bratklops adeSeit geraumer Zeit proben Bewohner vom Ambulant Betreuten Wohnen „Kontra“ des Roten Kreuzes Kreisverband Börde e.V. an drei Tagen in der Woche an einem kleinen Theaterstück der besonderen Art. Hinter dem halbstündigen Stück „Bratklops ade“ verbirgt sich eine satirische, theatralische freche Verwirklichung der Protagonisten.

„Der berühmte Schriftsteller Theodor Tantalus lädt zu einer Lesung. Jedoch gerät das Bemühen, sein neuestes Werk „Bratklops ade“ vorzutragen zu einer Farce der besonderen Art. Es ist nichts wie gewohnt..! Die Lesung ergänzt sich durch ein musikalisch-satirisches Rahmenprogramm.“

Die Idee für das Theaterprojekt ergab sich während Teambesprechungen der DRK-Einrichtung, in denen neue Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner besprochen wurden. „Kontra“ begleitet Menschen mit seelischer Behinderung und seelischer Behinderung in Folge von Sucht.
Professionell begleitet wird dieses Projekt von Piet Letz – Schauspieler, Bühnenbildner und Grafiker, der das Originalwerk verfasste und auf die Persönlichkeiten der Bewohner anpasste. Gefördert wird dieses Vorhaben von der IMM Marketing und Management in Wanzleben.

Bereits in der Vergangenheit haben Piet Letz und Nicole Strauß, Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens zusammengearbeitet. Da Letz über die IMM unterstützt wird, fiel Nicole Strauß die Entscheidung leicht, ihn um sein Engagement zu bitten, wozu er prompt zusagte und auch aktiv am Stück mitwirkt.
Nach ausführlichen Überlegungen, Bedenken und Vorbereitungen waren sich die DRK-Mitarbeiter schließlich einig, dass dieses Vorhaben einerseits eine Belastungsprobe, aber darüber hinaus vor allem auch eine positive Herausforderung für die teilnehmenden Bewohner darstellen könnte. Nach Bekanntgabe dieses Projektes unter den Bewohnern fanden sich auf Anhieb 3 Interessenten, die sich für die Mitwirkung spontan entschlossen.

Insbesondere das aufbauende Feedback, das die Darsteller durch ihre gestalterische Leistung erhalten, ist laut Nicole Strauß nicht zu unterschätzen. Desweiteren möchte Strauß die noch immer bestehenden Vorurteile bzgl. psychischer Krankheitsbilder mit Hilfe dieses Projektes abbauen. Für die Akteure stellt dieses Projekt zum einen eine kognitive Beanspruchung und kreative Gestaltungsmöglichkeit und zum anderen der Austausch eine wichtige Form der sozialen Teilhabe dar. Das Schlüpfen in andere Rollen ermutigt und fördert das Selbstbewusstsein. Die gemeinsamen Proben bauen ein Zugehörigkeitsgefühl auf und motivieren die Akteure, sich immer wieder neu auszuprobieren, sich zu öffnen und sich Dinge zuzutrauen.

Nicole Strauß sucht nun in der Öffentlichkeit nach Auftrittsmöglichkeiten für das Stück, denn die Probenzeit ist bald vorüber und die Förderung für dieses Projekt gilt nur für die Monate November und Dezember. Sollten die Akteure nicht dazu kommen ihr Können bei öffentlichen Auftritten unter Beweis zu stellen, waren alle Bemühungen umsonst und das Projekt läuft aus. Daher startet Nicole Strauß einen Aufruf für Auftrittsmöglichkeiten in unserer Region.

Hinweis: Das Stück wurde aufgeführt und der Aufruf ist von 2012 und nicht mehr aktuell.